Günter Mühlbauer kämpft für Gleichberechtigung und Gleichverpflichtung
Gewalt ist männlich – so das vielbemühte Klischee. Psychische Gewalt, körperliche Gewalt, strukturelle Gewalt: die Disbalance in der allgemeinen Alltagsbewältigung ist so zur Selbstverständlichkeit geworden, dass die Wahrnehmungsfilter auf den Brillen mancher Betroffenheitsheftredakteurin gar nicht mehr auffallen. Nicht nur zur Weihnachtszeit fällt seit nunmehr 13 Jahren ein blau gewandeter Mann mit grauen Haaren auf, der als blauer Nikolaus einen einsamen Kampf um Aufmerksamkeit führt. Günter Mühlbauer ist nichtehelicher Vater zweier Kinder, das Hickhack um die Kinder bei den Partnern der früh gescheiterten Problembeziehung hat nicht nur seelische und materielle Blessuren hinterlassen. Blessuren auch eines Streits für gleiche Rechte und gleiche Pflichten gegenüber den leiblichen Kindern, den Partnern, der Gesellschaft und dem Gesetzgeber. Was den Vater belastet: seit er getrennt lebt, sieht er seine Kinder nicht. Als die Gründe für seine Trennung von der ehemaligen Lebenspartnerin noch akut waren: Zoff bei allen relevanten Fragen des Miteinanders – Seiner Partnerin war die Hand ausgerutscht, nicht zum ersten Male, und "Sie" rief auch die Polizei. Als die Beamten kamen, so erzählt er, wollten die Polizisten ihn mitnehmen. Dass er das Opfer in diesem Trauerspiel war, passte nicht in die Vorstellung der Beamten über Urheber und Opfer häuslicher Gewalt.Bestürzende Statistik
Wie ist das jetzt? – Der Mainzer Kriminologe Professor Michael Bock quotelt die Täter-Opferrelation in den Statistiken über Gewalt im Schutzbereich der eigenen vier Wände bei annähernd fünfzig Prozent. – Ein Geschlechterproporz, der zwar die „männliche" Gewalt weder rechtfertigen noch relativieren kann, der aber da ist, der akademisch untermauert ist und auch von der Regensburger Polizei aktuell bestätigt wird: von den zirka 450 000 Deutschen, die über Gewalt im häuslichen Bereich klagen, sind rund 214 000 Männer. Die Dunkelziffer soll enorm sein, weil Angst vor Weich-Ei und Luschen-Image auf der männlichen Seite exakt so groß ist, wie die Angst der Familienmütter vor sozialem Abstieg. Mühlbauer geht hier in die Offenlegungsoffensive. Er demonstriert vor der Kirche, im Landtag, vor dem Regensburger Justizpalast. Nachdem die Bundesrepublik Deutschland in den letzten Jahren mehrmals „vom EMRK in Straßburg abgemahnt wurde, dass die nichtehelichen Kinder und ihre Väter diskriminiert werden, kommen nun die FDP, CDU und die CSU nach 2,5 Jahren ( oder kurz vor den Wahlen) zu einem gemeinsamen Sorgerechts-Entwurf für nichteheliche Väter". So der nichteheliche Vater. Er kann danach das gemeinsame Sorgerecht beantragen, die Kindesmutter muss nicht einverstanden sein, Jugendamt und Familienrichter entscheiden über den Antrag. Für Mühlbauer nur eine Bestätigung vorurteilsbehafteter Strukturen. Denn: „Ein Amt ohne Fachaufsicht, das seit Jahrzehnten mütterfreundlich eingestellt ist, und Familienrichter ohne eine (sozialwissenschaftliche) Fachausbildung, die lieber die Verantwortung an Gutachter abgeben, entscheiden weiterhin über die Zukunft von nichtehelichen Kindern und deren Vätern. Von Opa und Oma ist keine Rede."
Netzwerk eingerichtet
Günter Mühlbauer hat ein Netzwerk für den Austausch unter Vätern mit passiver Gewalterfahrung und Trauer um nicht zeitgemäß geregeltes Umgangsrecht gegründet: „Kinder brauchen zu einer gesunden Entwicklung beide Elternteile und Großeltern."
Seine Telefonnummer lautet: 0941-447196. Web: http://www.muehlbauer.de.tf/





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